CHF48.30
je Kilogramm Besteck · ab 90er Auflage
3 % vom aktuellen Feinsilberpreis je Kilogramm.
Beispiel: Feinsilber zu 1’610 CHF je kg ergibt 48.30 CHF je kg Besteck. Feinsilber heute: 1’610 CHF je kg.
Die erste Frage bei Silber ist immer dieselbe: massiv oder versilbert? Wir lesen die Punzen, wiegen auf Präzisionswaagen und sagen Ihnen, was Materialwert ist und was Sammlerwert — auch bei Bestecken, in denen Teile fehlen.
Erste Prüfung
Der entscheidende Unterschied
Ein Besteckkasten aus dem Schrank der Grosseltern kann massives Silber enthalten — oder eine hauchdünne Silberauflage auf einem unedlen Grundmetall. Von blossem Auge sieht beides identisch aus, beides läuft dunkel an, beides fühlt sich schwer an. Der Unterschied entscheidet über den Materialwert, und er steht in den allermeisten Fällen eingestempelt auf dem Stück.
Massivsilber trägt einen dreistelligen Feingehalt: 800, 835, 925 oder 999. Die Zahl gibt an, wie viele Teile von tausend reines Silber sind. 925 ist Sterlingsilber, 800 und 835 sind bei kontinentaleuropäischem Tafelsilber verbreitet, 999 begegnet uns bei Barren und Medaillen.
Versilberte Ware trägt andere Zahlen — 90, 100, 120 oder 150 — und diese Zahlen sind kein Feingehalt. Sie bezeichnen die Auflage: die Menge Feinsilber, die galvanisch auf einen Satz Löffel und Gabeln niedergeschlagen wurde. Darunter sitzt eine Legierung aus Kupfer, Nickel und Zink, die je nach Hersteller als Alpacca, Neusilber, EPNS oder hartversilbert gekennzeichnet ist.
Die 90 auf Ihrem Löffel ist kein Feingehalt. Sie ist eine Auflagenstärke — und damit eine völlig andere Zahl.
Wertlos ist versilbertes Besteck deswegen nicht. Ab einer 90er Auflage kaufen wir es zu einem festen Kilopreis an, gekoppelt an den Silberkurs: zu den Ankaufspreisen. Bei gesuchten Manufakturen und gut erhaltenen Modellen liegt der Gebrauchs- und Sammlerwert oft deutlich darüber. Solche Sätze bewerten wir als Objekt, nicht als Metall.
Punzen lesen
Punzen sind klein, oft abgegriffen und selten dort, wo man zuerst schaut. Diese Stellen prüfen wir zuerst — mit Lupe und schrägem Licht.
Eine fehlende Punze bedeutet nicht, dass kein Silber vorliegt — ältere, umgearbeitete oder überpolierte Stücke haben ihre Marke oft verloren. Dann prüfen wir den Feingehalt mit Prüfstein und Prüfsäure oder im Analysegerät, in der Werkstatt und in Ihrem Beisein.
Werttabelle
Berechnet aus dem aktuellen Tageskurs für Feinsilber. Die Spalten zeigen den reinen Metallwert für 1 g, 10 g und 100 g — vor Abzug von Füllungen, Fremdteilen und Scheidekosten.
| Legierung | Feingehalt | 1 g | 10 g | 100 g |
|---|---|---|---|---|
| Kurse werden geladen … | ||||
Die Tabelle zeigt den reinen Feinsilberwert von massivem Silber. Für versilberte Ware lässt sich daraus nichts ableiten. Unsere festen Ankaufspreise für Massivsilber und versilbertes Besteck stehen direkt darunter.
Verbindliche Ankaufspreise
Für Massivsilber und versilbertes Besteck gelten feste Regeln, gekoppelt an den Kurs des Tages. So rechnen Sie Ihren Preis schon vor dem Besuch selbst nach.
CHF48.30
je Kilogramm Besteck · ab 90er Auflage
3 % vom aktuellen Feinsilberpreis je Kilogramm.
Beispiel: Feinsilber zu 1’610 CHF je kg ergibt 48.30 CHF je kg Besteck. Feinsilber heute: 1’610 CHF je kg.
Spot−500 CHF
je Kilogramm Feinsilber
Silberpreis zum Spotkurs abzüglich 500 CHF je Kilogramm, gerechnet auf den ermittelten Feingehalt.
Ein Kilogramm 800er Silber enthält rechnerisch 800 g Feinsilber. Genau dieser Anteil wird abgerechnet.
Abgerechnet wird zum Kurs des Tages, an dem wir Ihre Stücke annehmen. Bei gesuchten Manufakturen und vollständigen Sätzen prüfen wir zusätzlich, ob der Verkauf als Objekt mehr bringt, und empfehlen Ihnen dann diesen Weg.
Tafelgerät
Warenspektrum
Wir nehmen einzelne Löffel ebenso wie den ganzen Schrankinhalt. Unvollständige Sätze sind der Normalfall und kein Hindernis — bei Massivsilber zählt das Gewicht, bei versilberter Ware ergänzen wir Modelle über unser Netzwerk.
Gewicht und Wägung
Massivsilber wird nach Gewicht abgerechnet. Bei Besteck gibt es dabei eine Besonderheit, die wir jedem Kunden vorab erklären, weil sie sonst wie ein Abzug ohne Grund wirkt: Messergriffe und die Stiele vieler Vorlegeteile sind hohl gearbeitet und ausgefüllt — mit Kitt, Harz, Gips oder Blei. Diese Füllung sorgt dafür, dass das Messer in der Hand ausgewogen liegt. Silber ist sie nicht.
Dasselbe gilt für Leuchterfüsse und manche Vasen: aussen ein dünner Silbermantel, innen eine Vergussmasse. Vergütet wird allein das Silber — gefüllte Teile erfassen wir deshalb getrennt und ziehen die Füllung mit einem Ansatz ab, den wir auf der Abrechnung ausweisen.
Der gut gemeinte Griff zur Silberpolitur richtet mehr Schaden an als jede Anlaufschicht. Silberputzmittel arbeitet abrasiv: Es trägt bei jeder Anwendung eine hauchdünne Lage Metall ab. Bei versilberter Ware reibt das die Auflage an Kanten, Zinken und Laffenrändern über die Jahre durch — darunter kommt das gelbliche Grundmetall zum Vorschein, und das ist nicht reparabel.
Bei antiken Stücken kommt hinzu: Die dunkle Patina in Gravuren und Ziselierungen gibt dem Dekor Tiefe. Wird sie blank herausgeputzt, wirkt die Arbeit flach, und Sammler bemerken das sofort. Anlaufspuren stören uns nicht — wir lesen die Punze auch unter einer dunklen Schicht.
Bringen Sie Ihr Silber genau so, wie es im Schrank steht — ungeputzt, unsortiert, gern samt Etui und Kasten. Reinigung ist unsere Aufgabe, nicht Ihre, und sie geschieht erst nach der Bewertung.
Häufige Fragen
Drehen Sie ein Teil um und suchen Sie auf der Stielrückseite nach einer kleinen eingestempelten Zahl. Steht dort 800, 835, 925 oder 999, halten Sie Massivsilber in der Hand. Steht dort 90, 100, 120 oder ein Name wie Alpacca, EPNS oder Neusilber, ist das Stück versilbert.
Finden Sie gar nichts, prüfen wir es für Sie. Bringen Sie im Zweifel einfach den ganzen Kasten mit.
Die 90 ist eine Auflagenzahl, kein Feingehalt. Sie steht für die Menge Feinsilber, die galvanisch auf einen Satz Esslöffel und Gabeln aufgebracht wurde — 100 und 120 bezeichnen entsprechend stärkere Auflagen. Der Kern besteht aus einer Kupfer-Nickel-Zink-Legierung.
Für den Materialwert bedeutet das wenig. Ab einer 90er Auflage kaufen wir versilbertes Besteck trotzdem zu einem festen Kilopreis an: 3 % vom aktuellen Feinsilberpreis je Kilogramm, siehe Ankaufspreise. Für den Verkaufswert kann die Auflage viel bedeuten, wenn Manufaktur, Modell und Erhaltung stimmen.
Ja. Bei Massivsilber spielt Vollständigkeit für den Materialwert ohnehin keine Rolle — gewogen wird, was da ist, auch der einzelne Löffel aus der Schublade.
Bei versilberten Modellen suchen Sammler oft genau die fehlenden Teile. Ein unvollständiger Satz ist dann kein Restposten, sondern Ergänzungsware. Werfen Sie deshalb nichts weg und sortieren Sie nichts vorher aus.
Nein. Bitte polieren Sie nichts. Silberputzmittel trägt Material ab, reibt bei versilberter Ware die Auflage an den Kanten durch und nimmt antiken Stücken die Patina, die zum Dekor gehört. Beides senkt den Wert, statt ihn zu heben.
Angelaufenes Silber ist für uns völlig unproblematisch. Wir erkennen Punzen, Zustand und Qualität auch unter einer dunklen Schicht.
Getrennt vom übrigen Besteck. Hohlgriffteile kommen auf eine eigene Position, weil ihr Bruttogewicht neben dem Silbermantel auch Füllmasse und die Stahlklinge enthält. Von diesem Gewicht ziehen wir den Anteil ab, der kein Silber ist, und rechnen nur den Rest zum Silberwert.
Sie stehen dabei an der Waage, und jede Position wird einzeln ausgewiesen, bevor Sie entscheiden.
Weiterführend
Wir lesen die Punzen, wiegen in Ihrem Beisein und erklären jede Zahl auf der Abrechnung. Für grössere Bestände kommen wir auch zu Ihnen.