Kunst, Antiquitäten und Sammlerobjekte
Ein Gemälde, eine Bronze, eine Standuhr, eine über Jahrzehnte gewachsene Sammlung: Hier entscheidet nicht das Gewicht, sondern Zurechnung, Herkunft, Zustand und der Markt. Wir sichten, ordnen ein — und sagen Ihnen offen, welcher Weg für Ihr Objekt der richtige ist.
- Sichtung
- Bei uns im Haus oder bei Ihnen in der Region Zürichsee
- Massstab
- Zurechnung, Provenienz, Zustand, Marktvergleich
- Wege
- Ankauf, Vermittlung in Kommission oder Einlieferung
Was wir sichten
Vom einzelnen Blatt bis zur ganzen Sammlung
Kunst und Antiquitäten kommen selten allein zu uns. Meist steht ein Haushalt dahinter, ein Umzug, ein Erbfall oder eine Sammlung, die jemand über ein halbes Leben aufgebaut hat. Wir schauen alles an, bevor wir etwas sagen.
- Gemälde und Grafik — Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen, Druckgrafik; signiert wie unsigniert.
- Bronzen und Skulpturen — Figuren, Büsten und Reliefs in Bronze, Marmor, Holz oder Zinkguss.
- Porzellan und Keramik — Service, Figuren und Manufakturware mit Bodenmarke.
- Glas — Vasen, Schalen und Kunstglas mit Signatur, Ätzmarke oder Schliffdekor.
- Uhren und Standuhren — Stand-, Wand-, Kamin- und Reiseuhren samt Werk, Pendel und Gewichten.
- Ausgewähltes Mobiliar — einzelne Möbel mit Alter, handwerklicher Qualität oder Zuschreibung.
- Teppiche — handgeknüpfte Stücke, beurteilt nach Knüpfung, Material, Muster und Zustand.
- Militaria — Orden, Abzeichen und historische Objekte, ausschliesslich im rechtlich zulässigen Rahmen.
- Musikinstrumente — Streich- und Blasinstrumente, Bögen, Kästen und Zubehör.
- Sammlungen aller Art — gewachsene Bestände, die als Ganzes oft mehr wert sind als in Einzelteilen.
Schicken Sie uns gerne ein paar Fotos an kontakt@timeless-sons.ch — Gesamtansicht, Signatur, Rückseite, Marke oder Punze. Das ersetzt keine Sichtung, spart Ihnen aber den Weg, wenn ein Stück nicht in unser Feld fällt.
Sichtung im Haus
Bewertung
Warum Kunst anders bewertet wird als Material
Bei Edelmetall führt ein kurzer Weg zum Wert: wiegen, Feingehalt prüfen, mit dem Tageskurs rechnen. Bei einem Gemälde, einer Bronze oder einem Teppich gibt es diesen Weg nicht. Der Wert entsteht aus vier Fragen, die einzeln beantwortet werden müssen.
Vier Fragen an jedes Objekt
Zurechnung. Von wem stammt das Stück, und wie sicher ist das? Eine Signatur ist ein Hinweis, kein Beweis. Werkstattarbeiten, Schülerarbeiten, spätere Güsse und Nachahmungen begleiten praktisch jedes gefragte Werk.
Provenienz. Woher kommt es, wer hat es besessen, wo war es ausgestellt? Eine nachvollziehbare Herkunft macht ein Objekt handelbar; eine unklare macht Käufer vorsichtig — und Vorsicht kostet Geld.
Zustand. Craquelé, Retuschen, Fehlstellen, alte Restaurierungen, Wurmbefall, Risse im Guss, Ergänzungen am Möbel: Jeder Eingriff verschiebt den Wert, in aller Regel nach unten.
Marktvergleich. Und schliesslich die einzige Zahl, die wirklich trägt — was zuletzt für Vergleichbares tatsächlich erzielt wurde. Nicht, was ein Katalog vermutet, sondern was jemand bezahlt hat.
Im Kunstbereich ist der Markt der Massstab, nicht das Material.
In Vorbereitung
Der richtige Weg
Bei Kunst ist der Direktankauf oft nicht Ihr bester Weg
Wir kaufen an, auch in diesem Bereich. Aber wir sagen es offen: Beim Direktankauf übernehmen wir das Markt- und Zeitrisiko, und dieses Risiko steckt im Preis. Bei einem Stück mit eigenem Sammlerkreis geben Sie damit unter Umständen Wert aus der Hand, den Sie behalten könnten.
Deshalb schlagen wir bei Kunst häufig die Vermittlung in Kommission oder die Einlieferung in eine kommende Auktion vor. Das Objekt bleibt Ihres, wir bringen es vor die richtigen Augen — und über den Preis entscheidet der Markt, nicht unsere Einschätzung.
- Direktankauf — wenn Sie es zügig und abschliessend regeln möchten oder der Markt für das Stück dünn ist.
- Vermittlung in Kommission — wenn ein Käuferkreis existiert und Zeit vorhanden ist.
- Auktion — wenn mehrere Interessenten zu erwarten sind und der Wettbewerb den Preis bilden soll.
Unsere Auktionen befinden sich noch in Vorbereitung. Einlieferungen nehmen wir bereits heute entgegen und lagern sie gesichert bis zur passenden Versteigerung — oder wir vermitteln zwischenzeitlich, wenn Ihnen das lieber ist.
Zustand
Bitte nichts vorher schön machen
Die häufigste Wertvernichtung im Kunstbereich geschieht mit den besten Absichten — kurz vor dem Termin.
Ein gereinigtes Ölbild, eine aufpolierte Bronze, ein neu gerahmter Druck, ein frisch lackiertes Möbel: Was aufgeräumt aussieht, ist für den Markt oft ein Eingriff, der sich nicht rückgängig machen lässt. Firnis, Patina, originale Fassung und originale Rahmung gehören zum Objekt und werden mitbewertet.
Unsachgemässe Restaurierung mindert den Wert regelmässig stärker als der Schaden, den sie beheben sollte. Übermalungen, aggressive Reinigungsmittel, moderne Klebstoffe und abgeschliffene Oberflächen erkennt der Fachhandel sofort — und rechnet sie ab.
Vor der Bewertung gilt
- Nicht reinigen — kein Wasser, kein Politurmittel, keine Hausmittel, kein Ultraschall.
- Nicht übermalen — auch kleine Retuschen und Ausbesserungen nicht.
- Nicht neu rahmen — der alte Rahmen kann selbst Wert tragen und Hinweise enthalten.
- Nicht abschleifen — Patina und originale Oberfläche sind wertbildend, nicht störend.
- Nichts entfernen — Etiketten, Aufkleber, Stempel und Nummern auf der Rückseite bleiben.
- Nicht restaurieren lassen — fragen Sie vorher; wenn eine Massnahme sinnvoll ist, sagen wir es.
Wenn ein Eingriff nötig ist, erfolgt er nach der Bewertung und nicht davor — und dann durch jemanden, der für genau dieses Material ausgebildet ist.
Sammlung & Nachlass
Unterlagen
Papiere sind Teil des Werts
Bringen Sie mit, was Sie haben. Unterlagen beantworten Fragen, die am Objekt allein offenbleiben, und jede beantwortete Frage macht ein Stück handelbarer.
- Rechnungen und Quittungen — Kaufbelege von Galerien, Händlern oder Auktionshäusern.
- Galerie- und Auktionsetiketten — auf der Rückseite, am Rahmen, am Sockel: bitte belassen.
- Ausstellungskataloge — Werkverzeichnisse, Katalogseiten, Ausstellungshinweise.
- Erbunterlagen — Inventare, Teilungsvereinbarungen, Schenkungs- und Versicherungsbelege.
- Gutachten und Expertisen — auch ältere; Datum und Verfasser zählen mit.
- Fotos und Korrespondenz — Briefe, Notizen und Aufnahmen aus dem Familienbesitz.
Kunst ist zu weit, als dass ein einzelnes Haus alles beurteilen könnte. Bei Spezialgebieten — etwa alten Meistern, aussereuropäischer Kunst, historischen Instrumenten oder seltener Militaria — ziehen wir unser Netzwerk und passende Fachleute hinzu, statt eine Einschätzung zu erfinden. Wenn wir etwas nicht wissen, hören Sie das von uns als Erstes.
Häufige Fragen
Bilder, Möbel und Sammlungen
Das lässt sich seriös erst nach der Sichtung sagen. Zwei optisch ähnliche Bilder können völlig verschieden liegen — je nachdem, ob es sich um ein eigenhändiges Werk, eine Werkstattarbeit, eine spätere Wiederholung oder einen Druck handelt, und in welchem Zustand die Malschicht ist.
Wir schauen uns Vorderseite, Rückseite, Keilrahmen, Signatur und Rahmen an und ordnen das Stück in den aktuellen Marktvergleich ein. Eine Zahl am Telefon wäre geraten, und geraten hilft Ihnen nicht.
Ja, das ist hilfreich. Senden Sie uns Aufnahmen an kontakt@timeless-sons.ch: Gesamtansicht bei Tageslicht, Detail der Signatur oder Marke, die komplette Rückseite mit allen Etiketten sowie erkennbare Schäden.
Anhand der Fotos sagen wir Ihnen, ob sich ein Termin lohnt. Eine verbindliche Bewertung entsteht aber erst am Objekt.
Ausgewählt. Für Mobiliar gilt ein engerer Massstab als für kleinere Objekte: Alter, handwerkliche Qualität, Zuschreibung, Originalität der Oberfläche und Transportaufwand entscheiden mit. Gebrauchsmobiliar ohne diese Merkmale übernehmen wir in der Regel nicht.
Bei ganzen Haushalten sichten wir das Mobiliar gemeinsam mit dem übrigen Bestand und sagen Ihnen, was für uns in Frage kommt.
Nein. Fragen Sie uns vorher. Eine unsachgemässe Restaurierung kostet regelmässig mehr Wert, als der ursprüngliche Schaden gekostet hätte — und sie lässt sich nicht zurücknehmen.
Wenn eine Massnahme sinnvoll ist, sagen wir Ihnen das nach der Bewertung und nennen Ihnen den passenden Weg. Manchmal lautet die richtige Empfehlung schlicht: so lassen und so anbieten.
Sammlungen betrachten wir zuerst als Ganzes. Eine systematisch aufgebaute, dokumentierte Sammlung hat oft einen Zusammenhang, der beim Auseinanderreissen verloren geht — bei anderen Beständen ist genau umgekehrt die Einzelvermarktung der bessere Weg.
Wir sichten den Bestand, ordnen ihn nach Gebieten und schlagen Ihnen vor, was geschlossen bleibt und was einzeln vermittelt oder eingeliefert wird. Bei umfangreichen Beständen kommen wir dazu zu Ihnen.
Dann sagen wir es. Kunst und Antiquitäten umfassen mehr Spezialgebiete, als ein Haus abdecken kann. Statt eine Einschätzung zu erfinden, ziehen wir unser Netzwerk und Fachleute für das jeweilige Gebiet hinzu.
Sie erfahren dabei, wer das Stück beurteilt hat und worauf sich die Einschätzung stützt.
Weiterführend
Passt dazu
Erst sichten, dann entscheiden.
Bringen Sie Ihr Objekt vorbei oder schicken Sie uns Fotos. Wir ordnen ein, erklären den Marktvergleich und schlagen Ihnen den Weg vor, der zu Ihrem Stück passt.
