Erstes Gespräch
Sie schildern uns in groben Zügen, worum es geht — telefonisch oder per E-Mail. Danach sagen wir Ihnen, ob eine Sichtung sinnvoll ist.
Meist steht am Anfang ein Verlust — und danach eine Wohnung voller Dinge, die niemand einordnen kann. Diese Einordnung nehmen wir Ihnen ab: gesichtet, kategorisiert und Position für Position bewertet, in Ihrem Tempo.
Was ein Nachlass enthält
Ein Haushalt, der über Jahrzehnte gewachsen ist, enthält fast immer anderes, als die Angehörigen erwarten. Das auffällige Stück aus der Vitrine ist häufig weniger wert als die Schachtel im hintersten Schrankfach.
Tafelsilber & Besteck
Typische Bestände
Wir sehen in Nachlässen regelmässig dieselben Gruppen: persönlichen Schmuck, ein bis zwei Uhren, eine gewachsene Münzsammlung, das Tafelsilber der Aussteuer, Zinnkrüge, Porzellan, gerahmte Bilder und Kartons mit Papieren, die niemand mehr sortiert hat.
Bei Besteck entscheidet die Punze: 800 und 835 sind Silber, Angaben wie „90", „100" oder „Alpacca" stehen für eine dünne Auflage auf unedlem Grundmetall. Im Kasten sieht beides gleich aus — deshalb prüfen wir jedes Teil.
Bevor Sie beginnen
Wer eine Wohnung räumen muss, sortiert zuerst das aus, was unansehnlich wirkt. Genau dort liegen die Werte oft: in der angelaufenen Dose, im verbeulten Zigarettenetui, in der Blechschachtel mit Zahngold, in der Schublade mit einzelnen Ohrringen und abgerissenen Ketten.
Umgekehrt gilt dasselbe. Das grosse, glänzende Tablett kann versilbert sein, während die unscheinbare Kanne daneben massives Silber ist. Diese Unterscheidung braucht Waage, Punzenlupe und Prüfmittel — mit blossem Auge trifft sie niemand zuverlässig.
Der zweite verbreitete Fehler geschieht in bester Absicht: Silber wird auf Hochglanz gebracht, Bronze abgerieben, eine alte Uhr geöffnet, eine Münze mit Politur behandelt. Die dabei entstandene Patina lässt sich nicht wiederherstellen.
Bei Münzen und Bronzen kann eine Reinigung den erzielbaren Preis erheblich senken; bei Rahmen und Möbeln gilt dasselbe für abgeschliffene Oberflächen. Lassen Sie die Stücke bitte so, wie Sie sie vorgefunden haben.
Was unscheinbar aussieht, trägt oft den Wert. Und was glänzt, ist manchmal nur die Auflage.
Ebenso wenig sollten Sie vorsortieren, um uns Arbeit zu ersparen. Ein zusammengeschütteter Karton ist für uns kein Problem — eine bereits entsorgte Schachtel dagegen schon.
Etuis, Originalkartons, Zertifikate, Rechnungen, Garantiehefte, Sammlerlisten, Gutachten und alte Fotos gehören zum Objekt. Sie belegen Herkunft und Zustand und beeinflussen den erzielbaren Preis oft deutlicher, als es auf den ersten Blick scheint.
Wie wir arbeiten
Sie müssen weder etwas vorbereiten noch etwas entscheiden, bevor Sie wissen, worum es geht. Die Entscheidung fällt erst, wenn die Aufstellung vor Ihnen liegt.
Sie schildern uns in groben Zügen, worum es geht — telefonisch oder per E-Mail. Danach sagen wir Ihnen, ob eine Sichtung sinnvoll ist.
Bei Ihnen vor Ort oder bei uns im Haus. Wir gehen den Bestand durch, ohne etwas mitzunehmen und ohne Bewertung im Vorbeigehen.
Wir trennen nach Materialwert, Sammler- und Liebhaberwert sowie Stücken ohne Handelswert — und sagen offen, was in welche Gruppe fällt.
Position für Position: gewogen auf Präzisionswaagen, Feingehalt geprüft, Punzen, Marken, Referenzen und Zustand erfasst.
Sie erhalten eine schriftliche Übersicht — je Position mit Beschreibung, Befund und Einschätzung. Auch das, was wir nicht übernehmen, steht darin.
Je Position: Ankauf, Vermittlung in Kommission oder Einlieferung für eine spätere Auktion. Sie können auch alles behalten.
Unser Auktionsbetrieb befindet sich im Aufbau. Einlieferungen nehmen wir schon heute entgegen; feste Auktionstermine nennen wir erst, wenn sie stehen. Ankauf und Kommission stehen unverändert zur Verfügung.
Sichtung vor Ort
Menge und Logistik
Ein vollständiger Haushalt oder eine über Jahrzehnte gewachsene Sammlung sprengt jede Beurteilung am Küchentisch. Für solche Fälle ist unser Haus eingerichtet: Sammelboxen für die strukturierte Aufnahme, Sortierplätze, Schwerlastregale und eigene Transportmittel.
Das heisst: Sie müssen nichts selbst transportieren. Die übernommenen Positionen werden verpackt, beschriftet und in derselben Ordnung ins Haus gebracht, in der sie erfasst wurden.
Jede Position einzeln
Für Erbengemeinschaften
Wo mehrere Erben beteiligt sind, entzündet sich der Streit selten am Geld, sondern an fehlender Nachvollziehbarkeit. Ein Sammelposten „Schmuck und Silber" beantwortet keine Frage — er stellt neue.
Deshalb bewerten wir jede Position einzeln und beschreiben sie so, dass sie auch jemand wiedererkennt, der bei der Sichtung nicht dabei war. Die Aufstellung geht an alle, die sie erhalten sollen — in identischer Form.
Ob daraus eine Aufteilung in Naturalien oder ein gemeinsamer Verkauf wird, entscheiden Sie unter sich. Rechtsberatung in Erbfragen gehört nicht zu unseren Aufgaben; die Wertgrundlage dafür liefern wir.
Für Fachleute
Wer beruflich mit Nachlässen zu tun hat, braucht einen Ablauf, der hält, was besprochen wurde — und der sich in eine Akte legen lässt.
Vereinbarte Termine halten wir ein, auch wenn eine Wohnungsübergabe daran hängt.
Vom ersten Anruf bis zur Abrechnung dieselbe Person, ohne Weiterreichen.
Schriftliche Aufstellung je Position, geeignet zur Weitergabe an Beteiligte.
Keine Aussenwirkung, keine Namen, keine Referenzen aus laufenden Mandaten.
Häufige Fragen
Nichts. Genau das ist die richtige Antwort: nicht sortieren, nicht entsorgen, nicht reinigen. Rufen Sie uns an und schildern Sie grob, was vorhanden ist — Räume, Möbelstücke, Kartons, ein paar Stichworte genügen.
Die Einordnung ist unsere Aufgabe, nicht Ihre. Dafür ist die Sichtung da.
Wir sagen es Ihnen offen und führen die Position als solche in der Aufstellung. Wir übernehmen nichts, nur damit eine Liste voller aussieht.
Vieles hat persönlichen Wert und keinen Marktwert — Fotoalben, Briefe, Erinnerungsstücke. Was damit geschieht, entscheiden Sie allein; wir raten in diesen Fällen zur Ruhe und nicht zur Eile.
Das hängt vom Umfang ab und davon, wie viel geprüft werden muss. Ein Schmuckkoffer ist rasch beurteilt, ein vollständiger Haushalt mit Kunst und Antiquitäten braucht mehrere Arbeitsschritte.
Nach der ersten Sichtung nennen wir Ihnen einen realistischen Rahmen — und wenn eine Frist im Raum steht, etwa eine Wohnungsübergabe, sagen wir Ihnen vorher, ob wir sie einhalten können.
Ja. Sie erhalten eine schriftliche Aufstellung, in der jede Position einzeln beschrieben und bewertet ist — mit Befund zu Punze, Gewicht, Marke oder Zustand, soweit feststellbar.
Diese Aufstellung ist als gemeinsame Grundlage gedacht: Jeder Beteiligte sieht dieselben Angaben, unabhängig davon, wer bei der Sichtung anwesend war.
Für Sichtung und Bewertung genügt eine Ansprechperson vor Ort. Es ist oft sogar ruhiger, wenn nicht alle gleichzeitig im Raum stehen.
Übernommen oder abgerechnet wird jedoch erst, wenn die Verfügungsberechtigten zugestimmt haben. Wer das ist, klären Sie im Kreis der Erben; wir richten uns danach.
Hier bleiben wir ehrlich: Unser Schwerpunkt ist die Verwertung der Werte — Sichtung, Bewertung und Abholung der übernommenen Positionen. Eine Kompletträumung mit Entsorgung und besenreiner Übergabe gehört nicht dazu.
Sagen Sie uns beim ersten Gespräch, was ansteht. Wir grenzen dann klar ab, welchen Teil wir übernehmen und welcher Teil anderweitig organisiert werden muss.
Weiterführend
Ein kurzes Gespräch genügt für den Anfang. Sie müssen nichts vorbereiten, nichts sortieren und sich zu nichts entscheiden.