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Anlagemünzen und Sammlermünzen

Bei der einen zählt das Metall, bei der anderen die Prägung. Diese Unterscheidung entscheidet über den Preis — und wir treffen sie, bevor wir rechnen.

Bewertung
Position für Position, nicht pauschal nach Gewicht
Bestände
Einzelstücke, Alben, Konvolute, Nachlassbestände
Vor dem Termin
Bitte nichts reinigen und nichts polieren

Der Kern

Zwei Münzen, zwei Wertlogiken

Bevor eine Münze bewertet werden kann, muss eine Frage geklärt sein: Zählt hier das Metall oder zählt die Prägung? Davon hängt ab, ob wir wiegen und rechnen — oder bestimmen, vergleichen und einordnen.

01

Anlagemünze

Der Wert folgt im Wesentlichen dem Metallgehalt. Gewicht, Feingehalt und Tageskurs bilden die Rechengrundlage; das Motiv ist zweitrangig.

02

Sammlermünze

Der Wert entsteht aus Seltenheit, Jahrgang, Prägestätte und Erhaltung. Er kann den Materialwert um ein Vielfaches übersteigen — oder ihn, bei häufigen Stücken, kaum erreichen.

Wer eine Sammlermünze nach Gewicht abrechnet, gibt ihren eigentlichen Wert weg. Deshalb sortieren wir zuerst und rechnen erst danach.

Gestapelte Feingoldbarren in Makroaufnahme als Vergleichsmassstab für Anlagemünzen Materialwert

Anlagemünzen

Wenn das Metall den Wert trägt

Anlagemünzen — im Handel häufig als Bullion bezeichnet — dienen der Wertaufbewahrung. Sie werden in hohen Auflagen ausgegeben, tragen einen definierten Feingehalt und ein bekanntes Feingewicht. Ihr Preis orientiert sich am Metallkurs des Tages, ergänzt um den handelsüblichen Aufschlag für Prägung und Vertrieb.

Solche Stücke bewerten wir wie Edelmetall: Wir wiegen auf Präzisionswaagen, messen Durchmesser und Dicke, prüfen den Feingehalt und rechnen mit dem Kurs des Tages. Anhängerösen und Bohrungen mindern den Wert, weil das Stück damit aus dem üblichen Handel fällt.

  • Vreneli — die klassische Schweizer Goldmünze, meist als 20-Franken-Stück.
  • Dukaten — dünne Goldprägungen sehr hohen Feingehalts, in vielen Jahrgängen.
  • Krügerrand — südafrikanische Anlagemünze aus rötlicher Goldlegierung.
  • Maple Leaf — kanadische Prägung, in Gold, Silber und Platin verbreitet.
  • Sovereign — britische Goldmünze mit langer, durchgehender Prägetradition.
  • Silberunzen — moderne Anlageprägungen in Silber, oft in Tuben oder Boxen.
Zur Einordnung

Diese Namen nennen wir als Materialkategorien, die uns in der Bewertung regelmässig begegnen — nicht als Angabe darüber, welche Stücke bei uns gerade im Verkauf liegen. Was verfügbar ist, erfahren Sie auf Anfrage.

Tageskurse

Der Kurs, mit dem wir rechnen

Bei Anlagemünzen ist der Metallkurs die Grundlage jeder Zahl. Hier sehen Sie ihn: je Gramm Feinmetall und je Feinunze, in Schweizer Franken.

GoldAu

CHF

je Gramm fein · CHF/Unze

SilberAg

CHF

je Gramm fein · CHF/Unze

PlatinPt

CHF

je Gramm fein · CHF/Unze

PalladiumPd

CHF

je Gramm fein · CHF/Unze

wird geladen … Richtwerte für Feinmetall — kein Kaufangebot.
Wichtig

Die Kurse gelten für reines Feinmetall und sind kein Kaufangebot. Bei Münzen kommen Prägung, Zustand, Vollständigkeit und Nachfrage hinzu — festgelegt wird der Preis, nachdem wir das Stück in der Hand hatten.

Prüf- und Bewertungswerkstatt mit Präzisionswaage, Lupe und Tresor Prüfung im Haus

Sammlerwert

Seltenheit, Jahrgang, Prägestätte, Erhaltung

Bei Sammlermünzen entsteht der Wert nicht im Metall, sondern in der Geschichte des einzelnen Stücks. Zwei Münzen desselben Typs können weit auseinanderliegen, wenn eine aus einem seltenen Jahrgang stammt, ein anderes Münzzeichen trägt oder schlicht besser erhalten ist.

Was den Ausschlag gibt

  • Seltenheit — Auflage des Typs und wie viele Exemplare bis heute überliefert sind.
  • Jahrgang — einzelne Jahre einer Serie sind ungleich seltener als der Rest.
  • Prägestätte — das Münzzeichen trennt häufige von gesuchten Varianten.
  • Erhaltung — von stark zirkuliert bis stempelglänzend; kleine Unterschiede, grosse Wirkung.
  • Vollständigkeit — Kapsel, Etui, Zertifikat und Beilagen gehören zum Stück.
  • Provenienz — nachvollziehbare Herkunft, alte Sammlungsbelege, Kaufunterlagen.

Erhaltungsgrade beschreiben, wie stark eine Münze im Umlauf war. Wir beurteilen dafür die höchsten Punkte des Reliefs, das freie Feld, den Rand und den Prägeglanz — unter Lupe und Auflicht.

Bitte beachten

Reinigen ist der schwerste Fehler

Eine gereinigte Münze bleibt eine gereinigte Münze. Politur, Silbertauchbad, Zahnpasta oder Radiergummi entfernen nicht nur den Anlauf, sondern auch feinste Schichten der Prägeoberfläche. Die dabei entstehenden Mikrokratzer und der unnatürlich harte Glanz sind im Auflicht sofort erkennbar — und sie lassen sich nicht rückgängig machen.

Patina ist kein Schmutz. Sie ist die über Jahrzehnte gewachsene Oberfläche einer Münze und gilt Sammlern als Merkmal für Echtheit und schonende Aufbewahrung. Wer sie abnimmt, nimmt dem Stück genau das, wofür gezahlt wird — der Sammlerwert sinkt dauerhaft, im ungünstigen Fall bleibt nur der Materialwert.

Eine ungereinigte Münze mit dunkler Patina ist uns lieber als eine blank polierte. Was einmal abgetragen ist, kommt nicht zurück.

  • Nur am Rand anfassen — Fingerabdrücke auf dem Feld brennen sich mit der Zeit ein.
  • In der Kapsel lassen — Kapseln, Etuis und Münztaschen bitte geschlossen belassen.
  • Papier statt Weichfolie — säurefreie Münzpapiere, keine weichmacherhaltigen Hüllen.
  • Nichts polieren — kein Putztuch, kein Tauchbad, keine Bürste, kein Hausmittel.
  • Trocken lagern — Feuchtigkeit und Temperaturwechsel greifen Oberflächen an.
  • Nicht nach Aussehen aussortieren — das unscheinbare Stück ist manchmal das wertvolle.
Vor dem Termin

Bringen Sie die Stücke so mit, wie sie sind: im Album, im Karton, in der Schublade. Etuis, Zertifikate, Rechnungen und alte Sammlungslisten gehören dazu — sie sind oft der Unterschied zwischen Vermutung und Nachweis.

Ganze Bestände

Alben, Konvolute, Nachlassbestände

Sammlungen kommen selten sortiert zu uns. Wir nehmen sie vollständig auf — Album für Album, Schachtel für Schachtel — und bewerten Position für Position statt pauschal als Kiste.

01

Aufnahme

Der gesamte Bestand kommt herein, so wie er ist: Alben, Kassetten, Tüten, Kartons, lose Fächer.

02

Trennung

Anlagematerial, Sammlerstücke und reine Umlaufware werden getrennt, bevor überhaupt gerechnet wird.

03

Bewertung

Anlagemünzen nach Metall und Tageskurs, Sammlerstücke nach Typ, Jahrgang, Prägestätte und Erhaltung.

04

Entscheidung

Direktankauf, Vermittlung in Kommission oder Einlieferung zur Auktion — die Wahl liegt bei Ihnen.

05

Abrechnung

Jede Position einzeln ausgewiesen, mit Gewicht, Kurs beziehungsweise Einordnung des Sammlerwerts.

06

Rückgabe

Was Sie behalten möchten, geht unverändert zurück — auch einzelne Stücke aus einem grossen Bestand.

Ebenfalls willkommen

Kursmünzensätze und Jahresausgaben in Originalverpackung, Silbermünzen und Silberunzen, Gedenkprägungen sowie Medaillen ohne Nennwert. Bei umfangreichen Beständen kommen wir auf Wunsch zu Ihnen. Unser Auktionsbetrieb befindet sich noch im Aufbau — Einlieferungen sind schon heute möglich.

Häufige Fragen

Was Sammler uns oft fragen

Nein. Bitte auf keinen Fall. Das ist die häufigste und zugleich teuerste Massnahme, die vor einem Bewertungstermin ergriffen wird. Eine gereinigte oder polierte Münze verliert dauerhaft an Sammlerwert, weil die originale Oberfläche zerstört ist — und dieser Eingriff ist für geübte Augen unübersehbar.

Wenn Ihnen eine Münze schmutzig erscheint, lassen Sie sie schmutzig. Wir sehen darunter mehr, als Sie vermuten.

Zuverlässig erkennt man das nicht am Aussehen. Hinweise geben Jahrgang, Münzzeichen der Prägestätte, ungewöhnliche Nennwerte, Randschriften und Prägefehler — belastbar wird das aber erst im Vergleich mit Katalogdaten. Deshalb prüfen wir jedes Stück einzeln, statt eine Sammlung nach Augenmass zu bewerten.

Ja. Wir nehmen vollständige Sammlungen, Nachlassbestände und gemischte Konvolute auf und arbeiten sie geordnet durch. Sie müssen nichts vorsortieren — im Gegenteil, ungetrennte Bestände sind uns lieber, weil dabei nichts verloren geht. Bei grösseren Posten vereinbaren wir vorab, ob Sie die Stücke bringen oder wir zu Ihnen kommen.

Bringen Sie beides mit, so wie es ist. Alben bitte nicht ausräumen: Die Anordnung im Album, beschriftete Fächer und beiliegende Listen enthalten oft Informationen zu Herkunft und Vollständigkeit einer Serie.

Kursmünzensätze und Jahresausgaben bewerten wir vollständig und in Originalverpackung; ein geöffneter oder unvollständiger Satz wird anders eingeordnet als ein unversehrter.

Medaillen sind keine Münzen: Sie tragen keinen Nennwert und waren nie gesetzliches Zahlungsmittel. Bewerten lassen sie sich trotzdem — über den Metallgehalt und, bei gefragten Themen, Anlässen oder Künstlern, auch über den Sammlerwert. Schützen-, Jubiläums- und Vereinsmedaillen begegnen uns regelmässig in Nachlässen; legen Sie sie einfach dazu.

Nein. Alter allein schafft keinen Wert. Von manchen historischen Prägungen sind sehr viele Exemplare erhalten, sodass sie trotz respektablen Alters gängige Ware bleiben. Umgekehrt kann eine Münze aus jüngerer Zeit gesucht sein, wenn ihre Auflage klein war oder ein Jahrgang kaum in guter Erhaltung vorkommt.

Wir sagen Ihnen das so, wie es ist — auch dann, wenn ein Erbstück am Ende nur Materialwert hat. Eine ehrliche Einschätzung ist mehr wert als eine freundliche.

Legen Sie die Sammlung auf den Tisch — unsortiert genügt.

Wir sichten, trennen und erklären Ihnen, welches Stück nach Metall und welches nach Seltenheit zu bewerten ist. Unverbindlich und in Ruhe.