Zwischen den Bandanstössen
Ist das Band abgenommen, steht die Referenz meist auf der einen Seite in der Gehäuseflanke, die Seriennummer gegenüber. Wenn Sie das Band nicht selbst lösen möchten, tun wir das vor Ihren Augen.
Eine mechanische Uhr ist fast nie nur ein Stück Metall. Wir lesen Referenz, Kaliber und Zustand, bevor wir eine Zahl nennen — und sagen Ihnen offen, ob Direktankauf, Kommission oder eine spätere Einlieferung der bessere Weg für Ihr Stück ist.
Wertbestimmung
Zwei äusserlich fast gleiche Uhren können weit auseinanderliegen. Den Unterschied machen Details, die erst sichtbar werden, wenn man die Uhr in die Hand nimmt, den Boden liest und das Werk bestimmt.
Prüfung & Bewertung
Am Prüftisch
Wir beginnen nicht mit dem Preis, sondern mit der Uhr. Gehäuse unter der Lupe, Boden gelesen, Werk bestimmt, Lauf und Gangverhalten beobachtet. Erst danach lässt sich sagen, in welchem Markt ein Stück steht.
Dabei zählt vor allem, was original ist. Ein neu gedrucktes Zifferblatt, ersetzte Zeiger oder eine getauschte Lünette verändern den Charakter einer Uhr — und damit den Kreis der Käufer, die dafür überhaupt in Frage kommen.
Was wir feststellen, halten wir schriftlich fest: Referenz, Kaliber, Zustand, Auffälligkeiten. Sie erhalten keine Zahl ohne Begründung, und Sie dürfen jede Position hinterfragen.
Vorbereitung
Zwei Zahlen bringen eine Bewertung schneller voran als jede Beschreibung: die Referenznummer, die das Modell benennt, und die Seriennummer, die das einzelne Stück identifiziert. Beide sind an der Uhr selbst zu finden — man muss nur wissen, wo.
Ist das Band abgenommen, steht die Referenz meist auf der einen Seite in der Gehäuseflanke, die Seriennummer gegenüber. Wenn Sie das Band nicht selbst lösen möchten, tun wir das vor Ihren Augen.
Aussen eingraviert oder eingeprägt finden sich je nach Manufaktur Referenz, Werkstoff, Angaben zur Dichtigkeit und teils die Seriennummer. Den Boden bitte nicht öffnen.
Garantiekarte, Kaufbeleg und Serviceheft nennen Referenz und Seriennummer meist gemeinsam mit dem Kaufdatum. Für eine erste Einschätzung genügt uns ein Foto davon.
Lassen Sie eine lange stillstehende Uhr vor der Bewertung nicht aufziehen — verharztes Öl kann dem Werk beim ersten Lauf schaden. Öffnen Sie den Gehäuseboden nicht selbst: verkratzte Bodenkanten und Ansatzspuren am Werkzeug sind sofort erkennbar.
Und lassen Sie die Uhr auf keinen Fall vorher polieren. Politur verschleift Kanten und Fasen, trägt Material ab und verwischt die ursprüngliche Gehäuseform. Dieser Verlust ist nicht rückgängig zu machen und mindert den Wert dauerhaft. Eine ehrlich getragene Uhr ist uns lieber als eine geschönte.
Vitrine im Haus
Ankaufsspektrum
Wir kaufen mechanische Uhren in jedem Zustand an — laufend, stehend, vollständig oder als Rest. Auch einzelne Bestandteile aus einem Nachlass haben einen Markt, sobald sie zu einer gesuchten Referenz gehören.
Von einzelnen Marken sprechen wir dabei bewusst nicht. Massgeblich sind Manufaktur, Schweizer Werk und Referenz — und die Frage, ob es für dieses Stück heute Sammler gibt.
Trägt das Gehäuse Gold oder Platin, kommt der Materialwert als Untergrenze hinzu: gewogen und zum Tageskurs gerechnet. Über dieser Grenze entscheidet allein der Sammlermarkt.
Wer eine Uhr nur nach Metallgewicht abrechnet, verkauft in aller Regel unter Wert. Der Preis entsteht aus Referenz, Zustand und Nachfrage — nicht auf der Waage.
Ihr Weg
Nicht jede Uhr gehört in denselben Kanal. Welcher Weg zu Ihrem Stück passt, hängt davon ab, wie gefragt die Referenz ist — und wie viel Zeit Sie mitbringen.
Kommission
Abwägen
Beim Direktankauf zahlen wir nach der Prüfung aus und tragen ab diesem Moment das Risiko der Weitervermarktung. Das ist der schnellste und planbarste Weg — und der richtige, wenn die Sache erledigt sein soll.
In Kommission bleibt die Uhr Ihr Eigentum, bis ein Käufer gefunden ist. Wir stellen sie in die Vitrine, dokumentieren sie und sprechen unser Händlernetz an. Das dauert länger, führt bei gefragten Referenzen aber häufig zum besseren Ergebnis.
Unsere Auktionen befinden sich noch in Vorbereitung. Eignet sich Ihr Stück für eine Versteigerung, sagen wir Ihnen das — Einlieferungen nehmen wir schon heute entgegen und verwahren sie sicher.
Welchen Weg wir empfehlen, richtet sich nach der Uhr, nicht nach uns. Sie hören die Einschätzung zu jedem Weg und entscheiden in Ruhe.
Häufige Fragen
Ja. Eine stehende Uhr ist kein wertloses Stück, sondern ein Objekt mit Reparaturbedarf — und dieser Bedarf lässt sich beziffern. Wir schauen uns an, ob das Werk vollständig ist, ob Zifferblatt und Zeiger original sind und wie viel Substanz das Gehäuse noch hat.
Bitte lassen Sie eine defekte Uhr vor der Bewertung nicht instand setzen. Eine unsachgemässe Reparatur mit Fremdteilen kostet oft mehr Wert, als sie an Funktion zurückbringt.
Nötig sind sie nicht, hilfreich schon. Garantiekarte, Kaufbeleg, Serviceunterlagen, Umkarton und übrige Bandglieder machen die Geschichte einer Uhr nachvollziehbar und erweitern den Kreis der Interessenten.
Bringen Sie mit, was vorhanden ist — auch Unvollständiges. Ein alter Kassenbon oder eine Servicerechnung aus einer Schublade kann bereits die Referenz bestätigen.
Deutlich mehr als nichts. Der grösste Teil des Wertes steckt in der Uhr selbst: Referenz, Kaliber, Originalität und Zustand lesen wir am Objekt ab, nicht am Papier. Fehlende Unterlagen wirken sich aus, sie entwerten aber kein gutes Stück.
Wie stark der Unterschied ausfällt, hängt von der Referenz ab. Bei gesuchten Sammleruhren fragt der Markt stärker nach vollständigen Sets als bei Gebrauchsuhren. Wir sagen Ihnen bei der Bewertung, in welchem Bereich Ihre Uhr steht.
Nein. Unser Schwerpunkt ist der Handel mit Uhren und deren Bewertung. Unsere Werkstatt dient der Prüfung, Wägung und Dokumentation — sie ist keine Reparaturannahme, und wir bieten Kunden keine Uhrmacherleistungen an.
Steht an Ihrer Uhr eine Revision an, sagen wir Ihnen das offen und beziehen den Aufwand in die Bewertung ein. Das ist ehrlicher, als eine Leistung zu versprechen, die wir nicht erbringen.
Nachlässe sichten wir vollständig, bevor etwas bewertet wird. Uhren werden dabei einzeln erfasst, nicht als Posten überschlagen — gerade in Schubladen und Schatullen liegen die Stücke, die den Unterschied machen.
Auf Wunsch kommen wir zu Ihnen in die Region Zürichsee und sichten vor Ort. Jede Position wird getrennt aufgeführt, damit die Abrechnung unter mehreren Erben nachvollziehbar bleibt.
Unser Schwerpunkt liegt bei mechanischen Uhren. Quarzuhren betrachten wir vor allem dann, wenn das Gehäuse aus Edelmetall besteht oder es sich um eine gesuchte Sammlerreferenz handelt. In diesen Fällen zählt entweder der Materialwert oder der Sammlermarkt.
Weiterführend
Bringen Sie mit, was vorhanden ist: Uhr, Papiere, Box. Sie erfahren, was wir sehen, worauf sich unsere Einschätzung stützt und welcher Verkaufsweg zu Ihrem Stück passt.