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Wie aus einem Objekt eine belastbare Zahl wird

Eine Bewertung ist nur so viel wert wie der Weg, der zu ihr führt. Deshalb zeigen wir jeden Schritt: was wir lesen, was wir messen, was wir abziehen — und woran wir erkennen, ob Ihr Stück mehr ist als sein Material.

Erstberatung
Einschätzung im Haus, unverbindlich
Ausstattung
Präzisionswaagen, Prüfgeräte, Analysewerkzeuge
Ergebnis
Schriftliche Aufstellung, Position für Position
Prüf- und Bewertungswerkstatt mit Präzisionswaage, Werkbank und Tresor Werkstatt & Prüfung

Der Prüfplatz

Gemessen wird im Haus

Bewertung ist Handwerk, kein Bauchgefühl. In unserem Prüfbereich stehen dafür Präzisionswaagen, Prüfgeräte und Analysewerkzeuge bereit, dazu eine Werkbank mit gutem Licht und ein Dokumentationsbereich für jede Position.

Sie können bei allen Schritten dabei sein: Wir wiegen im Beisein und erklären, was auf der Anzeige erscheint. Nichts verschwindet hinter einer Tür.

  • Präzisionswaagen — jede Position einzeln gewogen, das Gewicht bleibt ablesbar.
  • Prüfgeräte — Prüfstein, Prüfsäuren und Messgeräte für den Feingehalt.
  • Analysewerkzeuge — Lupe, Messschieber, Steinmass, Gehäuseöffner.
  • Dokumentationsbereich — Beschreibung, Aufnahmen und Aufstellung zu jedem Objekt.
  • Verwahrung — Tresorlösung zwischen Annahme und Entscheidung.

Prüfschritte

Fünf Materialgruppen, fünf Prüfwege

Ein Goldarmband, eine Uhr, ein loser Stein und eine Bronzefigur haben nichts gemeinsam ausser dem Tisch, auf dem sie liegen. Jede Gruppe verlangt eigene Prüfschritte.

Lose Diamanten und Farbsteine auf Steinpapier unter der Prüfleuchte

Erst identifizieren, dann rechnen

Wir bestimmen zuerst, was vor uns liegt: Legierung, Modell, Machart, Stein, Epoche. Eine Zahl ohne diese Grundlage wäre geraten.

Gemischte Posten trennen wir deshalb vorher auf. Erst danach beginnt das Messen.

Am Anfang steht die Punze. Bei Ringen sitzt sie innen an der Schiene, bei Ketten am Verschluss, bei Besteck auf der Rückseite des Stiels. Dreistellige Zahlen wie 333, 375, 585, 750 oder 999 nennen den Feingehalt in Tausendteilen; bei Silber sind 800, 835 und 925 üblich, bei Platin meist 950.

Eine Punze ist ein Hinweis, kein Beweis. Wir prüfen deshalb nach: ein feiner Strich auf dem Prüfstein, darauf die passende Prüfsäure. Bleibt der Strich stehen, trägt das Stück den angegebenen Gehalt; verblasst er, liegt er tiefer. Bei fehlender oder widersprüchlicher Punze arbeiten wir mit dem Analysegerät weiter.

  • Wägung — auf der Präzisionswaage, im Beisein, Position für Position.
  • Abzüge — Steine, Uhrwerke, Federn, Lederteile, Stahlkerne und Fremdmetalle zählen nicht zum Edelmetall.
  • Auflagen erkennen — versilberte oder vergoldete Stücke mit Zeichen wie „90", „Alpacca" oder „Doublé" tragen nur eine dünne Schicht.
  • Rechnung — Feingewicht mal Tageskurs, offen nachrechenbar.

Bei Uhren beginnt die Bewertung mit der Identität: Referenz- und Seriennummer, häufig zwischen den Bandanstössen oder auf dem Gehäuseboden, dazu das Kaliber im Inneren. Erst wenn Modell und Werk feststehen, lässt sich der Zustand einordnen.

Danach zählt die Substanz. Ein Gehäuse mit scharfen Kanten steht besser da als ein mehrfach überpoliertes, ein gleichmässig gealtertes Zifferblatt besser als ein nachgedrucktes. Glas, Lünette, Krone, Zeiger, Band und Schliesse sehen wir einzeln an — und prüfen, ob die Teile zur Referenz gehören.

  • Werk — Laufverhalten, Sauberkeit, Spuren früherer Eingriffe, ersetzte Teile.
  • Originalität — Zifferblatt, Zeiger und Lünette in der zur Referenz passenden Ausführung.
  • Papiere — Garantiekarte, Kaufbeleg, Servicerechnungen, beigelegte Zertifikate.
  • Box und Zubehör — Etui, Zusatzglieder, Anhänger. Vollständigkeit wirkt sich spürbar aus.

Ein Schmuckstück ist selten nur Metall. Wir prüfen zuerst die Fassung: Sitzen die Krappen fest, ist die Zarge unversehrt, wurde nachgearbeitet oder ein Stein ersetzt?

Dann beurteilen wir die Machart. Handarbeit unterscheidet sich von Serienguss an den Lötstellen, an Gelenken und Scharnieren, an der Gravur und an der Passung des Verschlusses. Signaturen, Meisterzeichen und Modellnummern nehmen wir auf — sie lösen den Wert vom blossen Material.

  • Fassung — Krappen, Zargen, Pavé: fest, vollständig, original?
  • Steinbesatz — Anzahl, Masse, Farbe, sichtbare Einschlüsse.
  • Verarbeitung — Lot, Gelenke, Scharniere, Verschluss, Gravur.
  • Herkunft — Signatur, Etui, Kaufbeleg, ältere Schätzungen.

Bei Steinen betrachten wir vier Merkmale: den Schliff mit Proportionen, Symmetrie und Politur, die Grösse, die Farbe und die Reinheit unter der Lupe. Lose Steine lassen sich wiegen; bei gefassten messen wir die Masse und leiten das Gewicht ab — eine Näherung.

Wir sagen Ihnen auch, wo unsere Einschätzung endet. Ob ein Farbstein behandelt wurde und ob ein Diamant natürlichen oder synthetischen Ursprungs ist, klärt abschliessend nur das gemmologische Labor. Für ein Zertifikat ist deshalb eine separate Expertise nötig — bei welchen Steinen sich dieser Weg lohnt, besprechen wir vorher.

Hier entscheidet zuerst der Zustand: Craquelé, Retuschen und Rahmenschäden bei Gemälden, Fehlstellen, spätere Ergänzungen und Wurmfrass bei Mobiliar, Guss- und Patinaqualität bei Bronzen. Eine Restaurierung ist kein Makel — sie muss nur benannt sein.

Zweitens die Provenienz: Kaufbelege, ältere Schätzungen, Nachlassunterlagen, Galerie-Etiketten oder Katalogeinträge. Drittens der Markt — wir ziehen tatsächlich erzielte Preise vergleichbarer Stücke heran, nicht Wunschpreise aus Verkaufsanzeigen.

Chronograph mit sichtbarem Uhrwerk in der Nahaufnahme Objektwert

Zwei Werte

Materialwert und Sammlerwert

Der Materialwert lässt sich immer ausrechnen: Feingewicht mal Tageskurs. Er ist die verlässliche Untergrenze — und bei formlosem Bruchgold, Zahngold oder beschädigtem Besteck der Massstab, der zählt.

Der Sammler- oder Liebhaberwert entsteht woanders: aus Marke und Referenz, aus Seltenheit, aus dem Erhaltungszustand, aus der Vollständigkeit von Papieren und Box, aus der Nachfrage. Trifft mehreres davon zusammen, liegt der erzielbare Preis deutlich über dem Metallwert — bei gefragten Uhren, signiertem Schmuck und seltenen Prägungen um ein Vielfaches.

Was eingeschmolzen ist, kommt nicht zurück. Deshalb prüfen wir zuerst, ob ein Stück als Objekt mehr wert ist denn als Metall.

Fällt die Prüfung so aus, raten wir vom Ankauf zum Materialwert ab und zeigen die Alternativen: Vermittlung in Kommission oder Einlieferung in eine Auktion. Die Entscheidung bleibt Ihre.

Ergebnis

Eine Einschätzung, die Sie nachvollziehen können

Am Ende steht keine Zahl im Raum, sondern eine Aufstellung mit Begründung — die Sie mitnehmen.

01

Aufnahme

Jede Position wird einzeln erfasst und beschrieben, bei Bedarf mit Aufnahmen.

02

Sichtung

Punzen, Signaturen, Nummern und Zustand unter Lupe und gutem Licht.

03

Messung

Wägung, Feingehaltsprüfung, Masse und, wo nötig, Analyse.

04

Einordnung

Materialwert und Sammlerwert getrennt ausgewiesen, jeweils begründet.

05

Aufstellung

Sie erhalten die Einschätzung schriftlich, unabhängig von Ihrer Entscheidung.

Abgrenzung

Unsere Bewertung ist eine Handelseinschätzung für Ankauf, Vermittlung oder Einlieferung. Sie ersetzt kein Versicherungsgutachten, kein Gerichts- oder Teilungsgutachten und kein gemmologisches Laborzertifikat. Verlangt Ihr Anliegen eines davon, sagen wir Ihnen das offen.

Häufige Fragen

Fragen zur Schätzung

Die Erstberatung und die Einschätzung bei uns im Haus sind unverbindlich. Ihr Stück anzusehen, zu wiegen und einzuordnen, kostet Sie nichts.

Anders liegt es bei umfangreichen Aufträgen — etwa der vollständigen Sichtung einer grösseren Sammlung oder einer Aufstellung für Dritte. Was dabei an Aufwand anfällt, besprechen wir vorher mit Ihnen.

Ein einzelnes Schmuckstück, eine Uhr oder ein überschaubarer Posten Edelmetall lässt sich meist während des Termins beurteilen. Sie sehen das Ergebnis, bevor Sie gehen.

Umfangreiche Bestände, Sammlungen und Nachlässe bearbeiten wir in Etappen. Auch eine Analyse oder die Rücksprache mit einem Spezialisten kostet Zeit — wir sagen Ihnen dann, womit Sie rechnen können.

Ja. Sie erhalten eine Aufstellung, in der jede Position einzeln steht: Beschreibung, Gewicht, geprüfter Feingehalt und die Einordnung des Werts. Bei Uhren und Sammlerstücken halten wir zusätzlich Referenz, Zustand und Vollständigkeit fest.

Die Aufstellung gehört Ihnen — auch dann, wenn Sie sich gegen einen Verkauf entscheiden.

Nein. Eine Ankaufsbewertung sagt, was ein Objekt im Handel heute wert ist. Ein Versicherungsgutachten nennt den Wiederbeschaffungswert, ein Gerichts- oder Teilungsgutachten muss formalen Anforderungen genügen, für Steine gilt das Laborzertifikat.

Wir kennzeichnen unsere Einschätzung deshalb als das, was sie ist — und sagen es Ihnen, wenn Ihr Anliegen ein förmliches Gutachten verlangt.

Nein. Sie nehmen Ihr Stück jederzeit wieder mit, die Einschätzung bleibt unverbindlich. Viele wollen zunächst nur wissen, was sie besitzen — auch das ist ein guter Anlass.

Entscheiden Sie sich später doch dafür, stehen drei Wege offen: Sofortankauf, Vermittlung in Kommission oder Einlieferung in eine Auktion.

Das Objekt und alles, was dazugehört: Etui, Box, Papiere, Garantiekarte, Servicebelege, Kaufbelege oder Nachlassunterlagen. Solche Unterlagen wirken sich unmittelbar auf den Wert aus.

Bitte reinigen, polieren oder reparieren Sie vorher nichts. Politur kostet bei Uhren und Silber Substanz, eine unsachgemässe Reparatur ist selten reversibel. Kommt es zum Ankauf, benötigen wir zusätzlich einen gültigen Ausweis.

Legen Sie es auf den Tisch — wir sagen Ihnen, was es ist.

Eine erste Einschätzung im Haus ist unverbindlich. Bringen Sie mit, was dazugehört: Papiere, Box und Belege.